Donnerstag, 16. November 2006

Das Lexikon der Risikoirrtümer

Hiho Blogwelt,
ich glaub ich muss irgendwann mal - also so vielleicht in ein paar hundert Jahren, als Untote hat man ja Zeit ;-) - nach den diversen Irrtums-Lexika, mal das Lexikon der Risikoirrtümer schreiben.

Bekanntlich haben Risiken und die Einschätzung der Leute wie groß oder klein ein Risiko ist ja absolut nichts miteinander zu tun.

Beispielsweise trauen sich aus Angst vorm Weissen Hai oder seinen kleineren Haigenossen gefressen zu werden viele Menschen in tropischen Gefilden nicht in's Wasser - und setzen sich dann oft stattdessen oft am Strand unter Palmen, nicht ahnend, daß weltweit mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen als von Haien gefressen werde.

Und bekanntlich haben die Menschen mehr Angst vor dem Fliegen als vor dem Autofahren, obwohl letzteres bekanntermaßen viel gefährlicher ist - wahrscheinlich weil einem da ständig irgendwelche abstürzenden Flugzeuge auf den Kopf fallen ;-).

Oder Blitze und Meteoriten.
Alle Welt hat Angst vor Blitzen und kein Mensch vor Meteoriten, es ist seit Menschengedenken ja auch noch nie jemand durch einen zu schaden gekommen.
Trotzdem sind Meteoriten gefährlicher, die Dinosaurier könnten ein Lied davon singen - wenn denn welche überlebt hätten.

Ja und wer in die Wüste reist, der sollte eine Schwimmweste mitnehmen - denn dort ertrinken nach den seltenen plötzlichen Regenfällen mehr Menschen als in der ganzen lange Zeit dazwischen dort verdursten.

Die Angst vor Krokodilen ist zwar durchaus berechtig - in Afrika sollte man sich an Flüssen allerdings mehr vor Flusspferden in acht nehmen, die haben dort nämlich mehr Menschen auf dem Gewissen.

Apropos Afrika, der Löwe mag ja der König der Tiere sein, den Titel Killer-König führt dort aber der Vogel Strauss an, der mit seinen kräftigen Beinen schon so manchen unvorsichtigen Menschen getötet hat.

Auch hier in Deutschland haben viele Menschen Angst, zwar weniger vor wilden Tieren, aber vor so manchen Mitmenschen.
Vor allem Frauen und ältere Menschen fürchten sich und befürchten Opfer von Gewalttaten zu werden - die Opfer von Gewalttaten sind hierzulande aber mehrheitlich jung und männlich.

Ebenfalls gefürchtet sind hierzulande die sogenannten Kampfhunderassen - die meissten Beisattacken verüben aber ganz normale Schäferhunde, schlicht und einfach weil es davon viel mehr gibt als von den sogenannten Kampfhunden.

Ja und dasselbe gilt für Risikosportarten - so gefährlich sie auch im einzelnen sein mögen, die meissten Unfälle gibt es trotzdem bei ganz normalen Sportarten, vor allem beim Fussball.

Und nicht zu vergessen:
Das größte Risiko vergewaltigt, geschlagen, getötet, ermordet usw. zu werden besteht nicht draußen auf der Straße durch den bösen fremden Mann - sondern die Gefahr ist am größten im vertrauten Familienkreis.

Also immer schön vorsichtig sein - gerade dann, wenn ihr denkt es bestehe keine Gefahr.
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